Schneller als der Tod erlaubt

Schneller als der Tod erlaubt             

30 Jahre im Rettungs- und Notarztdienst: das ist eine Zeit, in der ich viel erlebt habe. Manche Einsätze waren skurril. Viele sehr bewegend. Einige so traurig, dass sie mich auch nach vielen Jahren noch beschäftigen. Schon immer hatte ich das Gefühl, darüber schreiben zu wollen.

Mein erster Gedanke war, in einem Buch das zu beschreiben, was einem alles in nur einer einzigen Nachtschicht begegnen kann. Skizzen und einzelne Fragmente von Erlebnissen hatte ich schon vor einigen Jahren zu Papier gebracht als mich mein Agent und Freund Gerald Drews dazu anregte, ein Konzept auszuarbeiten, in dem ich einzelne Geschichten aus diesen 30 Jahren zusammenstellte.

Welche Geschichten gehören aber in so ein Buch?

Schon bei der Auswahl der Erlebnisse wird man mit grundsätzlichen Fragen konfrontiert. Was ist wichtig, was nicht so interessant? Wie stellt man schlimme Details einzelner Erlebnisse dar – oder wie kann man sie umschreiben? Wie wichtig sind eigene Gedanken und Gefühle – und wo sollte man sie weglassen, um dem Leser Raum für seine eigenen Emotionen und deren Verarbeitung zu geben?

Und welchen Grund, welche Rechtfertigung kann es geben, diese schlimmen Dinge im Leben „beim Namen zu nennen“? Eines durfte es ganz sicher nie werden: ein Zurschaustellen von Patienten oder Kollegen oder eine sensationsbetonte Schilderung von Schicksalsschlägen beteiligter Menschen! Immer wieder war das Schreiben für mich Schwerstarbeit. Mehr als einmal habe ich mich dabei gefragt, was ich da tue und ob das Buch zu rechtfertigen ist. Ob es „in Ordnung“ ist, so etwas zu veröffentlichen.

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